Roadmovie Feeling auf Moorea

Gerade haben Levi und ich unsere Plätze auf der Fähre von Tahiti nach Moorea gewählt – ganz vorne – was wir kurz darauf bereuen, denn vorne spürt man den Seegang bekanntlicherweise am meisten. War mir kurz entfallen bzw bei meinen Seefahrergenen hatte ich arroganterweise damit gerechnet, dass mir die paar Wellen nichts ausmachen. Darf ich mich zu euch setzen, hat das kleine 9jährige Mädchen aus Moorea uns gefragt. Sie fährt alleine von einem Besuch ihrer Großmutter nach Hause zurück. Wir rücken also zusammen und spielen kurz darauf zu dritt das Froschspiel: Levis Stofffrosch springt zweimal mit den großen Wellen nach oben, um sich bei der dritten Welle geräuschvoll über meinem Knie zu übergeben….und so halten wir drei uns laut lachend davon ab, es bei nicht unerheblichem Seegang dem Frosch gleich zu tun.

Zwei Stunden und 9 Fragen nach meinem Mann später checken Levi und ich in unserem Hotel ein. Ich habe gegen meine sonstigen Präferenzen das größte Hotel der Insel gewählt, weil ich Levi nach unseren Abenteuern in Valparaiso und der Osterinsel ein paar Spielkameraden in seinem Alter ermöglichen möchte.

Die sind am Pool auch schnell gefunden und so sehe ich großzügig über die weißen Plastikliegen hinweg – normalerweise ein KO-Kriterium: PLASTIKSTRANDMÖBEL?!?!?

Überhaupt ist Moorea ganz anders als erwartet: überall bröckelt und blättert es ab: die Farbe von den Strandmöbeln, der Putz von den Häusern, die Stoßstangen von den Autos…supersympathisch und Null Komma Null insziniert. Die Insel ist mit geteerten Straßen gut erschlossen und so weit weg von meinen inselparadiesischen Vorstellungen wie wir derzeit von München.

Am besten fasst Mooreas Atmosphere das Restaurant Snack Mahana zusammen: Innen ein paar Plastikgartenmöbel, aber die sind uninteressant. Draussen unter einem Wellblechdach 5 Tische, für den Fall dass es regnet die erste Wahl – und leider regnet es derzeit häufig. Bei trockenem Wetter sind die Tische unter einem Baum direkt am Wasser die erste Wahl. Wie vom Wind ohne Sytstem unter dem Baum gestrandet stehen sie da. An einem Ast hängt eine Kinderschaukel. Das Spielzeug der Sprösslinge der Wirte lädt Levi zum verweilen ein. Es gibt einen guten Weißwein, gegrillte Crevetten in Knoblauch (hmmmm) oder Curry (auch gut). Selbst der Mahi Mahi, der im Hotel wirklich nicht empfehlenswert ist, schmeckt hervorragend. Die Wirtin ist polynesisch dick und polternd liebevoll, das Essen gigantisch lecker.  Die Autos zischen keine 10 Meter von uns entfernt vorbei – der Streifen zwischen Strasse und Meer ist wie überall auf der Insel schmal – wir beobachten das vom Regen dampfende Gras, lecken uns den Knoblauch von den Fingerspitzen und fühlen uns wie Thelma und Louise bei einer kurzen Verschnaufpause. Hier verbringen wir unsere schönste Zeit auf der Insel –

Roadmovie Feeling pur a la polynaise!

Abgefahren. Skuril. Echt cool.

P.S. wer klassisches Südseefeeling sucht, sollt einen großen Bogen um Tahiti und Moorea machenJ

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