Der Supermarkt, die Weintrauben und das angebliche Delikt

Neulich im Supermarkt: mein 3-jähriger Sohn liebt es mit mir in den Supermarkt zu gehen. Neulich saß er im Einkaufswagen, der ein Raumschiff war und steuerte mich zu den unterschiedlichen Regalen. Ich warf auch eine Tüte Weintrauben in den Wagen und mein Sohn begann, Weintrauben zu essen – auf dem Weg bis zur Kasse vielleicht 10 Stück. Ganz normal dachte ich, bis mich nach dem Bezahlen der Supermarktdetektiv abpasste und zuraunte: “Ich habe Sie jetzt eine halbe Stunde beobachtet – entweder verhindern Sie künftig, dass Ihr Sohn klaut oder Sie bekommen Hausverbot.”

“Ihr Sohn hat 10 Weintrauben geklaut!”

Ich war unsicher, ob das ein schlechter Scherz war, aber der Gesichtsausdruck des Herrn ließ meine Zweifel zerplatzen: er meinte das Ernst. Ich frage noch etwas verdattert, was er genau meine, worauf der ehrgeizige Detektiv antwortete: “Ich habe alles auf Video, wir können uns das gerne anschauen, Ihr Sohn hat mindestens 10 Weintrauben geklaut.”
Daraufhin musste ich schon etwas lachen, gab zu Protokoll, dass ich nicht vorhabe, meinem Sohn das Essen von noch unbezahlten Weintrauben im Wert von einigen Cents zu verbieten, da dann das Einkaufen sicher keinen Spaß mehr mache und verlangte nach dem Geschäftsführer.

In Holland gibt es kostenloses Obst für Kinder

Der teilte zunächst die Meinung seines Angestellten. Erst als ich nach einem schriftlichen Hausverbot oder einer Verwarnung oder Ähnlichem verlangte, damit ich diese meiner Meinung nach kinderfeindliche Supermarktpolitik mit meinen Journalistenfreunden diskutieren könne, schwenkte der Geschäftsführer ein und verschwand mit einer dahingenuschelten Entschuldigung.
Aufgwühlt und verunsichert – klar: Wo kämen wir einerseits hin, wenn jeder sich im Supermarkt vor der Kasse verköstigt  versus den Wert von 10 Weintrauben schätzend (10 Cent?) – erzählte ich die Geschichte einer Freundin, die mit einem Holländer liiert ist  und die sagte nur: in Holland stehen in vielen Supermärkten extra Körbe mit Obst, aus dem sich Kinder kostenfrei bedienen dürfen.

Das halte ich jetzt für die kinder- und elternfreundlichere Politik – und auch eine schlaue Maßnahme in die heutige und künftige Kundenbindung.

Das Eltern immer seltener mit ihren Kindern einkaufen gehen und ihnen Nahrung nur noch vorgesetzt werden, zeigt dieser Artikel.

Was meint Ihr? Habt Ihr Ähnliches erlebt?
Ich freue mich über Kommentare.

Seht euch auch meinen Aufruf gegen Kinderfeindlichkeit in Deutschland an

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