Die Mission

Das Projekt: Transsibirische Eisenbahn mit Baby: Im Zweifel für die größere Veränderung

Die Ausgangsangst:

Kinder waren in meiner Lebensplanung eigentlich nicht vorgesehen. So sehr nicht, dass ich nicht einmal den Gedanken an ein mögliches Leben mit Kindern zuließ. Kinder halten einen vom eigentlichen Leben ab. Von der Verwirklichung der eigenen Träume. Vom Reisen. Von allem halt, was Spaß macht.

Gerade Reisen brauche ich, wie andere Menschen ihren regelmäßigen Samstagabendkrimi. Neue Ideen, Antworten auf wichtige Fragen – und vieles Mehr finde ich nur in der Bewegung, auf Reisen, in der Abgeschiedenheit faszinierender Natur. Wenn ich meine Gedanken fokussieren muß. Auf die Umgebung. Auf den nächsten Schritt. Auf das Wesentliche.

Und all das ist, so dachte ich, durch ein Kind in Gefahr.  Weiterlesen…

Fehlende Vorbilder: Wo ist die emanzipierte deutsche Familie?

Es war schwer zu sagen, ob die Männer das Problem waren, oder die Frauen, oder die Gesellschaft, oder die Vorstellungen von Karriere und wie man sie macht. Aber eines war ganz klar: Ich fand einfach keine Frau, die ich mir mit leuchtenden Augen zum Vorbild hätte nehmen können. Markus keinen Mann, der ihm Orientierung zu geben vermochte. Und gemeinsam fanden wir keine Familie, die zu uns passte.

Was ich statt passender Familienvorbilder hingegen zu Hauf fand waren Sprüche: Jetzt wirst auch Du endlich sesshaft, Julia. Jetzt holt auch Dich das normale Leben ein. Willkommen im Club. Und dazu dieses Grinsen. Panik kroch in mir hoch.

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Auf der Flucht

Dann kam mein Sohn Levi zur Welt. Und sie schlugen gnadenlos zu: die Glaubenssätze über das Leben mit Baby. Wisst Ihr, was ich meine:

  • Dass Babys starre Abläufe und die selben bekannten Räume brauchen.
  • Dass Babys organisiert werden müssen und dass das Leben mit Baby eine Frage der Organisation ist.
  • Dass Babys vor allem die Mutter brauchen und Fremdbetreuung kritisch zu sehen ist. Dass Reisen mit Baby anstrengend und für das Baby eher verwirrend sind und ich das meinem Baby nicht zumuten darf.
  • Dass ich mein Leben dem Leben meines Babys unterordnen muss, weil man das halt einfach so macht und weil insbesondere die Frühförderung für das Baby lebensentscheidend ist. Und die kann man ja nicht auslagern, oder?
  • Dass der Alltag mit Baby anstrengend genug ist und ich deswegen besser die Ansprüche an mein Leben reduziere: an das Reisen, an das Arbeiten, an all die Dinge, die mir vor dem Baby Spaß gemacht haben.
  • Dass für die Partnerschaft wenig bis keine Zeit mehr bleibt – und wenn doch, ist man meistens zu müde.

Und noch so einiges mehr.

All das wollte ich natürlich nicht. Also fing ich an,  mich zu fragen: Muss das so sein? Warum glaube ich all das? Und mir fiel nichts ein.

Aber die Stimmen waren hartnäckig, nicht tot zu kriegen.

Also musste ich los. Weg. Raus aus meinem Leben in München. Weg von diesen Stimmen. Um in mich hineinzuhören. Um zu spüren, wie ich mein Leben mit Baby leben möchte.  Mehr…

Fluchtfahrzeug: Transsibirische Eisenbahn

Auf meiner abenteuerlichen Reise mit Baby brauche ich Bewegung, Bewegungsfreiraum, Begegnungen mit anderen Menschen. Zug schien perfekt (und war es dann auch). Für die Transsibirische Eisenbahn entschied ich mich intuitiv: Ich war bis dahin kein großer Fan des Zugfahrens, meine diesbezüglichen Erfahrungen gingen gegen Null. Also: wenn schon, dann richtig, dachte ich. Und entschied mich für uns für DIE abenteuerlichste und längste zusammenhängende Eisenbahnstrecke der Welt.

Welche Vehikel wir auf unserer Flucht vor den Familienklischees sonst noch benutzt haben, lest ihr hier.

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